Tiergestützte Pädagogik, Aktivität und Förderung

 
 

 

 
 

 
 

 

 
 

 

 
 

Was versteht man darunter?  

 
 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

        Tiergestützte Aktivitäten:

Aktivitäten mit Tieren, die kein therapeutisches Ziel haben – es findet von daher auch keine Dokumentation statt. Z.B. Tierbesuchsdienste. Sinn und Zweck von tiergestützten Aktivitäten ist eine Verbesserung des Wohlbefindens. Es erstreckt sich auf alle Altersklassen.

        Tiergestützte Pädagogik:

Unter tiergestützter Pädagogik versteht man eine zielgerichtete Maßnahme im pädagogischen Bereich. Hier sollen häufig positive Lernprozesse im sozio-emotionalen Bereich integriert werden.

        Tiergestützte Therapie:

Zielgerichtete therapeutische Aktion, in der das Tier ein wichtiger Teil für die Behandlung ist. Ausgeführt wird dies von Fachpersonal (Arzt, Therapeut). Der Verlauf wird dokumentiert.

        Tiergestützte Förderung:

Hierdurch sollen allgemeinen Entwicklungsfortschritte bei jungen Kindern, Kindern mit Beeinträchtigungen und Patienten in der Rehabilitation erzielt werden. (Vernooij/Schneider 2008).

 
 

 

 
 

 

 
 

 
 

Es ist hier zu erwähnen, dass sich der Prinzenhof nicht nur auf Pferde spezialisiert hat, sondern auch Nutz- und Kleintiere für die tiergestützten Aktionen einsetzt.

Selbstverständlich sind alle Tiere geschult und ausgebildet für diesen Bereich. Sie sind den Umgang mit Menschen gewohnt, mögen den Kontakt zum Menschen und genießen ihn auch. Jedes Tier hat seinen eigenen individuellen Charakter und darf diesen natürlich auch behalten.

 
 

 

 
 

Was ist das Ziel von den tiergestützten Aktionen - was bringt das?  

 
 

 

 
 

 
 

 

 
 

Allgemeine Ziele der tiergestützten Therapie sind

   die körperlichen, kognitiven und emotionalen Funktionen wiederherzustellen und zu erhalten,

   die Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Durchführung von Aktivitäten und Handlungen zu fördern,

    das Einbezogen sein in die jeweiligen Lebenssituation zu fördern und

    das subjektive Wohlbefinden zu verbessern.

 
 

 

 
 

Wie wirken Tiere auf uns Menschen?  

 
 

 

 
 

 
 

 

 
 

Tiere sind soziale Katalysatoren, d.h. sie erleichtern und ermöglichen den sozialen Austausch zwischen Mensch und Lebewesen. Viele Studien konnten die positive Wirkung auf psychische und physische, sowie auf den sozialen Bereich und die Gesundheitsförderung nachweisen. Greiffenhagen und Buck-Werner (2007) bestätigen, dass Tiere körperliche und emotionale Nähe herstellen können, die Ärzte und Pflegende nur schwer herstellen können. Tiere fungieren oft als „Eisbrecher“, machen also einen Kontakt zum Menschen erst möglich, der dann den Weg zu einer herkömmlichen Therapie öffnet:

Positive Effekte:

– körperliche und seelische Entspannung

 soziale und emotionale Kompetenz

 verbale und nonverbale Kommunikation

 Wertschätzung

  Neugier und Freude

Physische Effekte:              

– Senkung Blutdruck/Herzfrequenz/Puls

 Kreislaufstabilisierung

 Muskelentspannung

 Schmerzverringerung

 Beruhigung

 Stabilisierung Immunsystem

motorische Aktivierung

Mentale und psychologische Effekte:

 kognitive Anregung (Lernen über Tiere, Anregung Gedächtnis)

 Förderung des emotionalen Wohlbefindens (akzeptiert werden, Trost)

 Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein

Sensibilisierung für eigene Ressourcen

 Verbesserung Selbstkontrolle

 Angst- und Stressreduktion

 antidepressive Wirkung

 Aggressionsverminderung

Soziale Effekte:           

– soziale Kompetenz

 aufheben von Einsamkeit und Isolation

 Nähe/Körperkontakt

 Streitschlichtung/Zusammenhalt

 soziale Kompetenz

Emotionale Effekte:    

– emotionale Intelligenz

Emotionen mit einbeziehen und regulieren

 emotionale Fähigkeiten (eigenen Zustand und Zustand anderer erkennen)

 Stressregulation

Mögliche Ziele:         

– eigene und fremde Grenzen erkennen und achten

Körpergefühl trainieren

motorische Fähigkeiten verbessern

Rücksicht und Kooperation

 Blockaden lösen

Vertrauen schaffen

 
 

 

 
 

Mit wem habe ich es bei den tiergestützten Aktionen zu tun?  

 
 

 

 
 

Petra Prinz ist die Fachkraft für tiergestützte Angebote auf dem Prinzenhof und sagt folgendes über sich selber:

"Das Thema Tier ging schon als Kind nicht an mir vorbei. In unserer Stadtwohnung hatten wir etliche Tiere: vom Hund über Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster bis hin zu Tauben und einem Teich mit Fröschen, Molchen und Co. Vor mir war kein Tier sicher. Meine Tante betrieb eine Haflingerzucht und hatte auch sonst alle erdenklich möglichen Tierarten bei sich beherbergt (Schafe, Schweine, Laufenten, Schildkröten,....). Unweit von uns gab es noch einen Milchvieh-Bauernhof, der neben Kühen allerlei Geflügel und auch Ziegen hatte.... Dadurch war meine Kindheit reich beschenkt mit vielen verschiedenen tierischen Kontakten."

 
 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

"Mein Berufswunsch war klar: Ich wollte Pferdewirtin oder Tierarzthelferin werden.  Tierpflegerin war auch noch denkbar. Da ich Kinder ebenso liebe wie Tiere und als Jugendliche bereits einige „Babysitter-Jobs“ hatte, war auch Erzieherin als möglicher Ausbildungsberuf denkbar. Doch es kam ganz anders:

Beruflich zog es mich dann aus unterschiedlichen Gründen in eine ganz andere Richtung: Nach meiner Mittleren Reife machte ich das kaufmännische Fachabitur und eine kaufmännische Lehre – danach eine Weiterbildung zur Betriebswirtin. Mehrere Jahre arbeitete ich in einem großen Medienverlag als Chefsekretärin.

Doch mehr und mehr kamen Zweifel auf, ob das meine Zukunft sein soll.

Der Wind hatte sich schnell gewendet, die Segel auch: der neue Kurs war klar. Damals jedoch noch völlig ohne Ziel. Klar war jedoch, dass meine „Karriere“ als Chefsekretärin vorbei war. Das wollte ich nicht mehr.

Ich wollte etwas anderes:

Kinder und Tiere –  das war es, was ich eigentlich immer wollte und es war präsenter als je zuvor. Damals hatte ich jedoch noch keinen Plan in welche Richtung es mich verschlagen sollte. Erst im Laufe der Jahre entwickelt sich  mein Plan und zieht sich mittlerweile wie ein roter Faden durch mein Leben.

Mit dem Kauf des Prinzenhofes-Leutkirch im Jahr 2007 begann mein tierischer Weg: Bald zogen unsere ersten Tiere bei uns ein. Teilweise waren es Tiere aus schlechter Haltung, die auf irgendeine Weise ihren Weg zu uns gefunden hatten. Tiere aus falscher Haltung und ungeliebt, die teilweise gequält und misshandelt wurden, kamen ängstlich und panisch bei uns an. Die Zeit ließ ihre Wunden heilen...

Ebenso ließen auch die ersten Kinder und Besucher nicht lange auf sich warten. Darunter auch Kinder, die traumatisiert und nicht sozialisiert waren. So nahm das Leben seinen Lauf.

Ich machte immer wieder und immer häufiger die Entdeckung, dass Kinder und Tiere zusammen gesund wurden – zusammen stark wurden – viel voneinander lernten und profitierten. Ich war angesteckt – wollte mehr wissen über den Umgang und die Heilung von Tier- und  Menschenseelen... Ich las Lektüre, machte persönliche Erfahrungen durch ein ehemaliges misshandeltes Wildpferd, das mich durch und durch spiegelte, durch einen bissigen Hamster und ein behindertes, schwer emotional - und bindungsgestörtes Mädchen. Ein autistischer Junge, der nicht sprach und panische Angst vor Tieren hatte – hier war eines unserer Kind der „Verbindungsschlüssel“, um an sein Inneres zu kommen,...

Ich wollte mehr darüber wissen und suchte nach einer passenden Weiterbildung für mich.

Bei der Liehrnhof-Akademie bin ich dann fündig geworden. Bereits nach dem ersten Modul der Basiskompetenz war klar, dass ich die Fachkompetenz auch noch mache.

Es folgten einige Jahre der Fort- und Weiterbildungen, damit ich heute breit gefächerte und qualitative Aktionen anbieten kann."