Reittherapie

 
 

 

 
 

In der Reittherapie werden therapeutische und pädagogische Aufgaben mit ausgebildetem Fachpersonal und einem geeigneten Pferd erfüllt, die sowohl die körperliche, wie auch die psychische Befindlichkeit des Klienten betreffen.

- Fördert die Motorik, Koordination, Kondition, Gleichgewichtssinn, Körperhaltung unter anderem bei Entwicklungsverzögerungen, Störungen der Motorik, vermindertem Körpergefühl.

- Unterstützt das Selbstvertrauen, innere Gelassenheit, positives Sozialverhalten unter anderem bei Störungen im emotionalen und sozialen Bereich, Verarbeitung von schweren Krisen und kritischen Lebenssituationen.

- Verbessert die Konzentration, Wahrnehmung, Selbstbewusstsein unter anderem bei Sprach- und Lernstörungen ADHS, Autismus, geistige Behinderungen, psychischen Störungen.

 
 

 

 
  Bilder zeigen mehr als 1000 Worte. Zwischen diesen beiden Fotos liegen gerade mal 8 Monate.

Die Geschichte meiner kleinen 4-jährigen Kundin mit ihrem unglaublichen Willen am Ende dieser Seite.

Durch Epilepsie im Säuglingsalter entwickelte sich eine Ataxie. Entwicklungsverzögerungen und Gleichgewichtsstörungen waren die Folge. Mittlerweile kann das Mädchen gleichmäßig laufen und sogar ein paar Schritte rennen. Sie sitzt seit einigen Wochen alleine und stabil auf dem Pferderücken und fängt jetzt an mit Sattel zu reiten. Ein sehr sehr schöner Verlauf mit vielen tollen Erfahrungen.

Danke für die Veröffentlichungsfreigabe dieser tollen Erfolgsgeschichte ;-)

 
 

 

 
        

Juli 2018

März 2019

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Reittherapie ist bei vielen Einschränkungen, Entwicklungsverzögerungen oder auch Störungs- und Krankheitsbilder geeignet. Sowohl bei körperlichen Handicaps (Spastik, Kinderlähmung, aber auch nach Unfällen oder Sauerstoffmangel bei der Geburt) kann Reittherapie sowohl auf körperlicher, wie auch auf geistiger Ebene unterstützen. Im körperlichen Bereich wird der Muskeltonus, d.h. der Spannungszustand in den Muskeln beeinflusst. Durch bestimmte Bewegungsübungen auf dem Pferd verbessert sich der Muskeltonus, ohne, dass sich der Patient zu sehr anstrengen muß. Haltung, Koordination und Gleichgewicht werden gleichermaßen geschult und spielerisch trainiert. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte aktiviert. 

Das Führtraining eines Pferdes fördert nicht nur die Konzentration, sondern auch die Merkfähigkeit des Patienten. So werden spielerisch schrittweise komplexe Aufgabenstellungen erfüllt und gleichzeitig wird der Kontakt zum Pferd gefördert.

Die eigene Wahrnehmung und Körpersprache dienen der Kommunikation mit dem Pferd. Zwanglose Übungen gleichen Defizite aus und steigern das Selbstvertrauen. Der jeweilige Erfolg vermittelt meist ein positives Grundgefühl.

 
 

 

 
 

 
 

 

 
 

Auch dieses kleine Menschlein hat einen sehr starken Willen. Durch den fehlenden Gleichgewichtssinn unterstützt eine zweite Person auf dem Pferderücken. Durch verschiedene Spiele werden Körperwahrnehmung und Gymnastizierung der menschlichen Muskeln vorgenommen.

 
 

 

 
  Für die Reittherapie gibt es keine Altersbeschränkung.

Dieser junge Mann leidet an einer Autismusstörung, die ihm im Schulalltag große Schwierigkeiten bereitet. Wir stärken durch das therapeutische Reiten das Selbstbewusstsein, das Einlassen auf andere Menschen und auch Tiere. Ebenso versuchen wir die Körperwahrnehmung und die Frustrationstoleranz zu verbessern. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Kleine und große Kunden erfreuen sich wöchentlich an dem therapeutischen Angebot auf dem Prinzenhof. Ob mit körperlichen Handicaps oder mit psychischen oder emotional/sozialen Handicaps. Die Tiere bewerten uns nicht.

Eine Geschichte möchte ich hier dennoch gern ausführlicher aufgreifen, denn sie zeigt ganz deutlich, was man durch den "Eisbrecher" Pferd alles erreichen kann:

Beginn im Juli 2018: Die Mutter eines damals 4-jährigen Mädels fragte mich nach der Möglichkeit des Reitens für ihre körperbehinderte Tochter. Der Krankengymnast hat für die Tochter das Reiten als unterstützende Maßnahme zur Krankengymnastik empfohlen. Das gestaltete sich anfangs als sehr schwierig, denn das Mädchen hatte panische Angst vor den Tieren und brauchte erstmal nur ganz viel Zuspruch und die Möglichkeit der Beobachtung aus der Entfernung. So wurde mit der Mutter vereinbart, dass das Kind keinem Druck ausgesetzt wird und niemand eine Erwartungshaltung an das Mädchen setzt (übermorgen muß es reiten oder ähnliches). Durch ganz viel Beobachtung, wie andere Kinder die Ponys putzen, führen und reiten und die Möglichkeit das Pony durch Schmücken herzurichten, war für das Mädchen so eine große Motivation.

 
 

 

 
   

 

 

 

 

 

 

 

 
 

So war es nach zwei Sitzungen möglich mit dem kleinsten Pony vom Hof spazieren zu gehen. Mit einem "Beschützer" am Strick, zwischen Pony und Kind. Nach einer weiteren Sitzung gelang es dem Mädchen schon das Pony direkt zu führen, der "Beschützer" sollte aber auf der anderen Seite mitlaufen. Der großen Schwester gelang es, dass die Kleine das Pony nur mit der Schwester führte. Die Verbesserung der Angst waren enorm.

 
 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Weiter ging es dann mit dem nächst größeren Pony: Molly. Sie hat eine Engelsgeduld mit Kindern und bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Mit anfänglichem großen Abstand gelang es meiner kleinen Kundin Anweisungen zu geben, wie das Pony geschmückt werden soll. Mit der Zeit traute sie sich immer näher undkonnte bald selber die Blumenklipper in die Mähne stecken.

 
 

 

 
   

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Es ist unglaublich, was in 4-5 Therapiesitzungen alles passiert ist. Von totaler Panik, bis zum ersten Aufsitzen auf das Pony... Zwar noch wackelig und instabil (siehe Foto 1 ganz oben), aber sie hat sich tatsächlich auf das Pony getraut. Das war 3 Sitzungen davor noch undenkbar.

 
 

 

 
   

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Weiter ging es dann zum nächst größeren Pony: Lucky Luke - der frecher und verschmitze Isländer-Wallach. Sowohl Memory spielen, als auch gemeinsame Ausritte machen meiner kleinen Kundin großen Spass. Unmerklich wird dabei auch die Konzentration, Ausdauer und auch die Körperwahrnehmung gefördert.

 
 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Wir tasten uns langsam aber sicher an die größeren Pferde ran.

 
 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Anfangs hatte die kleine Maus wieder große Berührungsängste, aber unser Ritual mit dem Schmücken des Pferdes half auch hier die anfängliche Angst schnell zu überwinden.

 
 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Geschafft. Das Mädchen hat sich auf das große Pferd getraut. Anfangs zwar erst mit Unterstützung und Begleitung, aber das ist ja in Ordnung. Individuell und spontan - immer das Kinderwohl im Blick. Ballspiele und Werfspiele lenken von der Angst ab und fördern die Koordination und das genaue Schauen.

 
 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Klatschspiele und Kniereiterspiele machen allen großen Spass und fördern wieder das Gleichgewichtsbewusstsein. Zusätzlich trainiert es die rechte und die linke Gehirnhälfte und die Zusammenarbeit von beiden Gehirnhälften.

 
 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Mithilfe der großen Schwester kann man mittlerweile auch ohne Sattel auf´s Pferd.... Und auch alleine ist gar kein Problem mehr. Die Ängste sind überwunden und einige tolle Fortschritte konnten in den letzten Monaten erzielt werden. Nun können wir uns den motorischen Defiziten zuwenden und gezielt daran arbeiten.